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1. Spieltag der Herrenmannschaft in der DGL

Fünf Spieltage, fünf Siege in Folge! Wie kann das sein? Die Saison hat der doch gerade erst begonnen und bisher hat nur das Heimspiel am 08.05. auf dem Nordplatz stattgefunden? Basiert diese Aussage auf unangebrachter Überheblichkeit oder wurde vielleicht bei den Bunkerreparaturarbeiten auf dem Südplatz eine Glaskugel gefunden, die uns einen Blick in die Zukunft gewährt?

Weder noch!

Fünf Siege in fünf Spieltagen ist einerseits eine Bestandsaufnahme und andererseits der Anspruch der Seddiner Herrenmannschaft. Seit dem zweiten Spieltag 2016 im Golfclub Gatow ist unser Team ungeschlagen und hat sich dabei sogar von Mal zu Mal gesteigert. Damit es auch in Zukunft so bleibt, haben wir hart gearbeitet und werden auch weiter intensiv trainieren.

Bevor ich jedoch auf unser Heimspiel eingehe, möchte ich noch ein Stück weiter in die Vergangenheit zurückblicken, um euch, den Mitgliedern des G&CC Seddiner See, aufzuzeigen, warum wir gerade einen Lauf haben. Wir stehen auf dem ersten Tabellenplatz in der Regionalliga und unsere Schlagzahlen, unterscheiden sich nicht bzw. nur geringfügig von Bundesligateams.

Bereits in der Vergangenheit haben wir Erfolge gefeiert und Niederlagen erlitten. So sind wir erst in die 2. Bundesliga aufgestiegen und zwei Jahre später direkt wieder in die Oberliga durchgereicht worden. Neben dem Abstiegsschmerz hatte dies auch finanzielle Konsequenzen, da Sponsorengelder häufig an sportliche Erfolge geknüpft sind – das genaue Gegenteil von Erfolgen sind hingegen zwei Abstiege in Folge. Weder Erfolg noch Niederlage kommen von ungefähr und auch bei uns gibt es Gründe, die zu einer sportlichen Berg- und Talfahrt geführt haben.

In der Vergangenheit hat unsere Jugendarbeit hervorragende Golfspieler hervorgebracht, die unsere Mannschaft von innen heraus gestärkt haben. Zusätzlich haben wir uns bis vor zwei Jahren mit mehreren angehenden Profigolfern aus Südeuropa, die ein hohes Plushandicaps vorwiesen, aufgestockt. Spieler auf diesem Leistungsniveau spielen auch an schlechten Tagen noch Par-Runden. Abgerundet wurde das Team durch weitere Spieler, die zwar gutes Golf spielten, deren spielerisches Potential und mentale Stärke zu diesem Zeitpunkt hingegen noch nicht bundesligatauglich waren. Nachdem diese Spitzenspieler aus verschiedenen Gründen unseren Verein verlassen hatten, mussten wir auf fünf bis sechs Leistungsträger verzichten. Den verbliebenen Spielern jedoch fehlte der Glaube daran, dass Erfolge immer noch möglich sind. Bei dieser negativen Grundstimmung wurden von den verbliebenen Spielern nur wenige gute Runden gespielt. Die Aussichten waren düster und es wurde befürchtet, dass weitere gute Spieler den Verein verlassen würden.

Es war an der Zeit etwas zu verändern. Und es wurde etwas verändert. Die Vereinsführung und engagierte Mitglieder beschlossen, dass Pete Owens der neue Trainer der Herrenmannschaft werden sollte. Zusätzlich wurde Thomas Schubert zum neuen Vorstand Leistungssport und Martin Geers verstärkte sein Engagement als Teamcaptain. Es wurde beschlossen, dass zukünftig Erfolge mit Bestandsspielern und Spielern aus der Region erzielt werden sollen, statt sie durch eingeflogene, teure Spitzenspieler zu erkaufen - denn nur so ist es möglich, ein richtiges Team aufzubauen.
Im ersten Schritt ging es Pete Owens und der Teamführung nicht darum, den perfekten Schwung zu formen sondern nachhaltiges Vertrauen in die Leistungsfähigkeit jedes Einzelnen aufzubauen. Dies wurde unter anderem durch eine Reihe von Teammeetings gefördert, die Pete und Martin in Ihrer Freizeit organisierten und einer Vielzahl motivierender Texte, die nicht nur mündlich übermittelt sondern mindestens einmal pro Woche über Facebook und WhatsApp an das Team gerichtet wurden. Vom ersten Tag war Pete´s Mantra: „Jeder von euch ist gut genug für die Bundesliga. Ihr müsst nur an euch glauben und hart trainieren“. Dieses Mantra ist mittlerweile bei allen Spielern angekommen. Jeder traut sich gutes Golf zu und weiß, dass er sich auf seine Teamspieler verlassen kann. Vor dieser Gewissheit ist es viel einfacher, auch einzelne schlechte Runden zu akzeptieren – denn auch das gehört zum Golf.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel! Der Aufstieg in die Regionalliga war ein toller Erfolg. Auf diesem Erfolg haben wir uns jedoch nicht ausgeruht, denn unser Ziel ist der Wiederaufstieg in die Bundesliga. Daher haben wir auch im Winter intensiv trainiert. Im Gegensatz zu den letzten Jahren hat das Wintertraining ausschließlich in der Indoor-Golf-Anlage des Golfhouse stattgefunden. Die Effektivität des Trainings wurde durch eine Investition von Pete noch weiter gesteigert, da er einen Raum in ein Trackman Golfkino umgebaut hat. Hier konnten die Spieler zum Beispiel auf die Kommastelle genau an ihrem clubpath, dem faceangle, der spinrate arbeiten und zusätzlich virtuell eine Reihe hochklassiger Golfplätze spielen. Zukünftig wird das System vielleicht schon über mehr Golfplätze verfügen, sodass wir uns bereits im Winter auf den Ligaspielplätzen der Folgesaison einspielen können. So ein Wintertraining ist kaum noch zu toppen.

Sobald es das Wetter zugelassen hat, haben wir wieder in Seddin trainiert und am Kurzspiel gearbeitet und die ersten Wettspiele genutzt, um in den Turniermodus zu kommen. Das bereits im letzten Jahr erfolgreiche Nominierungskonzept hat Pete auch für 2017 wieder übernommen: Für jedes Ligaspiel werden die 11 Mannschaftspieler nominiert, die den geringsten Rundendurchschnitt in den letzten fünf Wochen erspielt haben. Am Tag vor dem Ligaspiel wird in einem Shootout festgelegt, wer spielt und wer zu den drei Auswechselspielern gehört. Dadurch wird sichergestellt, dass nur diejenigen Spieler spielen, die in Topform sind und mit dem jeweiligen Platz am besten zurechtkommen. In Seddin haben wir es Pete nicht leicht gemacht, denn fast alle Spieler zeigten sich am 07.05. in ausgezeichneter Form. Von 11 Spielern haben sich sieben unterspielt. Eine Form, die am Folgetag eindrucksvoll bestätigt wurde. Trotz des hohen Drucks, der bei einem Heimspiel auf jedem Spieler lastet konnten sechs von acht Spielern ihr Handicap verbessern. Wir haben am Sonntag mit drei Plushandicaps aufgeteet (Lenni, Jae Wo und Flo Frie) und den Platz mit fünf Plushandicaps verlassen (zusätzlich Flo Schubart und Robin Conlan).

In der Regionalliga messen wir uns vier Golfclubs, die auf dem Papier eine vergleichbare Spielstärke mit uns haben: Hamburg Walddörfer, Sachsenwald, Burgdorfer und Braunschweig. Trotzdem haben wir mit einem Ergebnis von 8 über Par (-5 nach CR) keinen Zweifel an unserer Spielstärke gelassen. Den zweiten Platz belegt Burgdorfer mit 30 über Par und den letzten Sachsenwald mit 67 über Par. Im Einzel spielten wir vier unter Par Runden (Flo Frie 70, Jae Wo 71, Flo Schubart 71, Robin 71) und vier Par und einstellige Runden (Lenni 70, Moritz 75, Jakob 78, Philip 79). Die Beste Runde des Tages wurde jedoch im Vierer mit 3 unter par (einer 69!) von Flo Frie und Robin gespielt. Diese Ergebnisse sind einerseits die Folge harter Arbeit andererseits aber auch die guten Rahmenbedingungen zurückzuführen, die uns Seddin bietet.
Neben zwei tollen Plätzen und Trainingsmöglichkeiten haben wir interessierte Mitglieder, die uns sowohl mit Spenden als auch mit persönlicher Unterstützung zur Seite stehen. Wie beim Fußball ist es auch beim Golfen schön und setzt Kräfte frei, wenn die Mitglieder ihre Spieler aktiv unterstützen. Neben vielen anderen ist mir am 08.05. besonders Rainer Rauscher in Erinnerung geblieben, der die weiten Strecken mit seinem Fahrrad überbrückte und Herbert Giese, den man bereits aus der Ferne aufgrund seiner orangenen Sonnenbrille erkennen konnte. Ein großer Dank gilt auch allen anderen Team- und Vereinsmitgliedern, die als Caddie und Vorcaddie geholfen haben und natürlich Thomas Schubert und Wolfgang Steeger, die über 12 Stunden unermüdlich das Livescoring-System mit Zahlen fütterten.

Unser nächster Spieltag findet am 28.05. im Golfclub Hamburg Walddörfer statt. Wir würden uns freuen, wenn ihr uns an diesem Tag erneut kräftig die Daumen drückt.